Taraclia
Bulgarisches Städtchen im Süden mit eigener Universität und einer Kirche von 1817
45.8980° N · 28.6687° E153 km ab Chișinău
Taraclia ist ein Städtchen im Süden der Republik Moldau, das 1813 von bulgarischen Siedlern gegründet wurde und bis heute überwiegend bulgarisch ist. Es gilt als kulturelles Zentrum der Bulgaren in Moldau und hat seit 2025 einen Standort der bulgarischen Universität Russe.
Warum hinfahren
Taraclia zeigt eine Seite Moldaus, die nur wenige Besucher sehen: eine bulgarische Gemeinschaft am Südrand der Budschak-Steppe mit eigenen Kirchenfesten, Schulen und einer Universität. Bei der Volkszählung 2024 bezeichneten sich 76,3 % der 10.021 Einwohner als Bulgaren. An der Stadtgrenze steht die Aufschrift "Taraclia, Zentrum der Bulgaren in Moldau".
Geschichte und Charakter
Nach dem Russisch-Türkischen Krieg von 1806 bis 1812 gliederte Russland Bessarabien ein und siedelte im entvölkerten Süden bulgarische und gagausische Kolonisten an. So entstand 1813 Taraclia; 1817 war die Georgskirche fertig. Zwischen den Weltkriegen gehörte das Dorf zu Rumänien und war Hauptort einer plasă im Kreis Cahul. Die Volkszählung von 1930 zählte 8.507 Einwohner, davon 8.187 Bulgaren.
1947 wurde Taraclia Kreishauptort, 1995 erhielt es offiziell den Status einer Stadt. Seit 2002 besteht eine Partnerschaft mit dem bulgarischen Nowa Sagora. Die Staatliche Universität Grigore Țamblac wurde 2004 gegründet und im Mai 2025 in einen Standort der Angel-Kantschew-Universität Russe umgewandelt, laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA die erste bulgarische Universität im Ausland.
Was Sie sehen und unternehmen
Das älteste Denkmal ist die Georgskirche, die die Gründung der Kolonie markiert. Beim Brunnen Hadschidinkowa Tscheschma steht ein Gedenkzeichen für den Zweiten Weltkrieg. Bemerkenswert für den trockenen Süden ist der Wald rund um die Stadt: Fast 10 % der Fläche sind bewaldet, und südlich von Taraclia liegt ein geschützter geologischer Aufschluss. Rund um die Stadt liegen Weinberge und Obstgärten, mit zwei Betrieben, die Trauben verarbeiten.
Sprachlich ist Taraclia eine eigene Welt: 2024 sprachen 53 % der Einwohner zu Hause vorwiegend Bulgarisch und 42 % Russisch, nur wenige Prozent Rumänisch.
Essen, Trinken und Übernachten
Das Angebot ist klein und lokal: einige Cafés und Lokale im Zentrum. An Feiertagen sehen Sie bulgarische und moldauische Gerichte nebeneinander. Für eine Übernachtung mit mehr Auswahl schauen Sie sich in Comrat oder Cahul um.
Praktisches und Tipps
Taraclia liegt etwa 153 km von Chișinău entfernt, rund 2,5 Stunden Fahrt durch den Süden. Es fahren Busse und Maxi-Taxis, mit dem Auto lässt sich der Besuch aber leicht mit Comrat und dem übrigen Gagausien verbinden. Im Umgang mit Fremden ist Russisch in der Praxis die gängige Sprache; ein paar Worte Rumänisch oder Bulgarisch werden geschätzt. Legen Sie Ihren Besuch eventuell auf ein Kirchenfest oder eine Veranstaltung der bulgarischen Gemeinschaft.
Höhepunkte
- 1813 von bulgarischen Siedlern gegründet
- Georgskirche von 1817
- Erster Auslandsstandort einer bulgarischen Universität (2025)
- Gut mit Comrat und Gagausien kombinierbar
