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Sehenswürdigkeiten Festungen und Archäologie

Cetatea Tighina (Festung Bender)

Festung Tighina (Bender)

Osmanische Festung am Dnjestr, Kulisse für Karl XII. und heute auf transnistrischem Gebiet

46.8374° N · 29.4874° E66 km ab Chișinău

Cetatea Tighina (Festung Bender)

Foto: Ivo Kruusamägi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Cetatea Tighina ist eine große Festung am rechten Ufer des Dnjestr in der Stadt Bender (rumänisch Tighina), die Sultan Süleyman der Prächtige ab 1538 in Stein errichten ließ. Jahrhundertelang war sie ein osmanisches Bollwerk gegen Polen und Russland, bis sie 1812 endgültig russisch wurde. Seit 1992 liegt die Festung in einem Gebiet unter transnistrischer Kontrolle; die belgischen Reisehinweise raten 2026 dringend von allen Reisen dorthin ab.

Was Sie sehen

Die Festung besteht aus drei Teilen, einer Zitadelle, einer Unterburg und einer Vorburg, die zusammen rund 67 Hektar einnehmen. Die Zitadelle mit ihren wuchtigen Türmen und Kalksteinmauern liegt am Fluss; an drei Seiten verläuft ein Trockengraben, der nie Wasser führte. Innerhalb der Mauern steht die Alexander-Newski-Kirche, 1833 geweiht und seit 2011 wieder in Gebrauch. Im ehemaligen Pulvermagazin befindet sich seit 2008 ein historisches Museum, und im Armenischen Turm öffnete 2012 ein Museum mittelalterlicher Folterwerkzeuge.

Geschichte

Tighina wird erstmals in einem Handelsprivileg vom 6. Oktober 1408 erwähnt, in dem Fürst Alexandru cel Bun Kaufleuten aus Lemberg Vergünstigungen gewährte. Damals stand hier ein moldauischer Zollposten mit einer Befestigung aus Holz und Erde. 1538 eroberte Süleyman der Prächtige den Ort und ließ ihn in Stein neu errichten und ausbauen, der Überlieferung nach nach Plänen des Baumeisters Sinan. Die Osmanen nannten die Festung Bender. Um 1705-1707 zählte die Anlage zehn Bastionen und elf Türme.

Nach seiner Niederlage bei Poltawa 1709 fand der schwedische König Karl XII. hier Zuflucht; er blieb bis 1713, als die Osmanen ihn festnehmen ließen. Der Kosakenführer Iwan Masepa starb 1709 in Bender. Russland nahm die Festung 1770 und 1789 ein, gab sie jeweils zurück und erhielt sie 1812 mit dem Frieden von Bukarest endgültig. Laut der historischen Zusammenfassung der Anlage brachten auch die rumänische Zeit nach 1918, der Zweite Weltkrieg und der Krieg von 1992 Kämpfe oder Machtwechsel. Seit 1996 ist hier eine transnistrische Militäreinheit stationiert.

Tipps für Ihren Besuch

Die wichtigste Frage ist, ob Sie überhaupt hinfahren möchten. Der belgische FÖD Auswärtige Angelegenheiten rät in seinen Reisehinweisen (aktualisiert am 17. Juli 2026) dringend von allen Reisen nach Transnistrien ab; die moldauische Regierung hat dort keine Kontrolle, und konsularische Hilfe ist nicht gewährleistet. Wer dennoch fährt, passiert einen transnistrischen Kontrollposten, zeigt seinen Reisepass und bezahlt in transnistrischen Rubel. Fotografieren Sie keine Kontrollposten oder Soldaten.

Höhepunkte

  • Osmanische Zitadelle von 1538-1541 am Dnjestr
  • Zufluchtsort von Karl XII. nach Poltawa (1709-1713)
  • Alexander-Newski-Kirche (1833) innerhalb der Mauern
  • Museum im Pulvermagazin seit 2008

Quellen

  1. Wikipedia, Tighina Fortress
  2. Ancient History Sites, Bender Fortress
  3. Radio Romania International, Tighina Fortress
  4. FOD Buitenlandse Zaken, reisadvies Moldavië