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Sehenswürdigkeiten Festungen und Archäologie

Cetatea Soroca

Festung Soroca

Runde Steinfestung aus dem 16. Jahrhundert an einer alten Furt durch den Dnjestr

48.1612° N · 28.3055° E153 km ab Chișinău

Cetatea Soroca

Foto: Photobank MD from Chisinau, Moldova, CC0, via Wikimedia Commons

Cetatea Soroca ist eine kreisrunde Festung mit fünf Türmen am Ufer des Dnjestr, der Grenze zur Ukraine. Ștefan cel Mare ließ hier 1499 eine hölzerne Burg errichten, um eine Furt zu bewachen; unter Petru Rareș wurde sie in Stein neu aufgebaut. Sie gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen der Republik Moldau und wurde vor Kurzem mit EU-Mitteln restauriert.

Was Sie sehen

Die Festung ist erstaunlich kompakt: ein fast vollkommener Kreis von gut 30 Metern Durchmesser, mit rund 3 Meter dicken Mauern. Vier runde Türme und ein rechteckiger Torturm stehen in gleichen Abständen zueinander. Die runde Form war eine bewusste Entscheidung: Von den Türmen aus konnten die Verteidiger den Fuß der Mauern ohne tote Winkel unter Beschuss nehmen. Jeder Turm hat vier Ebenen, die unteren beiden waren für Geschütze bestimmt. Über dem Eingangstor lag eine kleine Kapelle, und am oberen Rand verläuft rundum ein Wehrgang.

Nach Aussage eines Konservators gegenüber Radio Romania International ist die Festung zu etwa 70 bis 75 Prozent original und lag nie in Trümmern. Ein bemerkenswertes Detail: In den runden Türmen gibt es Latrinen mit Abfluss, ungewöhnlich für das mittelalterliche Fürstentum Moldau.

Geschichte

Die erste Erwähnung findet sich in einem Friedensvertrag vom 12. Juli 1499 zwischen Ștefan cel Mare und dem polnischen König Johann I. Albrecht. Die erste Festung bestand aus Holz und Erde und sicherte den Übergang über den Dnjestr gegen Einfälle der Krimtataren. Der Steinbau wird meist Petru Rareș zugeschrieben und auf 1543 bis 1546 datiert; manche Historiker vermuten, dass schon früher eine steinerne Festung stand.

Die Festung spielte in den Kriegen zwischen Polen, dem Osmanischen Reich und Russland eine Rolle. Truppen von Jan Sobieski hielten sie gegen die Osmanen, und 1711 war sie während des Pruthfeldzugs von Zar Peter dem Großen von Bedeutung. Zwischen 2013 und 2015 wurde der Torturm instand gesetzt und alle Türme erhielten wieder ein Dach; 2021 bis 2023 folgte die Sicherung des Mauerwerks, beides mit Mitteln der Europäischen Union.

Tipps für Ihren Besuch

Ein Besuch der Festung selbst dauert etwa eine Stunde. Verbinden Sie ihn mit der Lumânarea Recunoștinței auf dem Hügel südlich der Stadt und den auffälligen Villen auf dem Roma-Hügel. Die Festung liegt in der Stadt, an der Strada Independenței, ganz nah am Fluss.

In der kalten Jahreszeit ist die Festung geschlossen; wer im Winter reist, sollte das vorher prüfen. Soroca liegt gut 150 Kilometer von Chișinău entfernt: Als Tagesausflug wird es ein langer Tag, mit einer Übernachtung ist auch ein Abstecher zum Kloster Rudi möglich.

Höhepunkte

  • Kreisrunder Grundriss mit vier runden Türmen und einem Torturm
  • Wehrgang am oberen Rand mit Blick auf den Dnjestr und die Ukraine
  • Rund 3 Meter dicke Mauern, zu 70 bis 75 Prozent original
  • Restaurierungen mit EU-Mitteln 2013-2015 und 2021-2023

Quellen

  1. Radio Romania International, Soroca Citadel
  2. Turism.gov.md, Cetatea Soroca
  3. Wikipedia, Soroca Fort
  4. Evenimentul Zilei, Cetatea Soroca își închide porțile în sezonul rece