moldova.be
↑ ↓ navigierenEnter öffnenEsc schließen
Sehenswürdigkeiten Klöster und Kirchen

Mănăstirea Saharna

Kloster Saharna

Pilgerkloster in einer bewaldeten Schlucht über dem Dnjestr, mit einem Fußabdruck im Fels

47.6949° N · 28.9651° E98 km ab Chișinău

Mănăstirea Saharna

Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Dokumentation · 3:13

Mănăstirea Saharna

Ein Kloster in der Schlucht am Dnjestr

Transkript lesen DE

Ein Fußabdruck im Stein

Auf einem Felsen über einer bewaldeten Schlucht steht eine kleine Kapelle. Darin liegt kein Schatz und kein Grab, sondern eine Mulde im Stein. Pilger knien dort nieder und berühren sie. Der Überlieferung nach ist es der Fußabdruck der Jungfrau Maria. Der Felsen heißt Grimidon, und die Schlucht darunter gehört zum Kloster Saharna, im Bezirk Rezina, ganz nah am Dnjestr. Es ist einer der größten Wallfahrtsorte der Republik Moldau.

Das Felsenkloster

Lange bevor Kirchen auf dem Talboden standen, lebten Mönche in der Felswand. Ihr Kloster war Mariä Verkündigung geweiht. Wann es entstand, weiß niemand. Das Dorf Saharna selbst erscheint schon vierzehnhundertfünfundneunzig in einer Urkunde von Ștefan cel Mare. Die Zellen und die Kirche im Stein gibt es noch. Sie wurden im neunzehnten Jahrhundert wiederhergestellt und sind heute wieder zu besichtigen. Ein Pfad und Treppen führen aus dem Tal an der Wand hinauf. Unterwegs hören Sie vor allem Wasser und Vögel.

Der Mönch Vartolomeu

Am fünfundzwanzigsten März siebzehnhundertsechsundsiebzig kam ein Mönch in die verlassene Schlucht. Er hieß Vartolomeu und trug den Beinamen Ciungu. Nach vierzig Tagen Fasten und Beten sah er, so erzählt die Überlieferung, die Jungfrau Maria auf dem Felsen Grimidon. Dort blieb ihr Fußabdruck zurück. Vartolomeu gründete auf der Ebene ein neues Kloster, geweiht der Heiligen Dreifaltigkeit. Er leitete es bis zu seinem Tod siebzehnhundertachtundneunzig.

Kirchen und Stille

Zwischen achtzehnhundertachtzehn und achtzehnhunderteinundzwanzig entstand die Sommerkirche der Dreifaltigkeit. Achtzehnhundertdreiundachtzig folgte eine Winterkirche, geweiht Mariä Geburt. Dann kam das zwanzigste Jahrhundert. Neunzehnhundertvierundsechzig schlossen die sowjetischen Behörden das Kloster. Es wurde zu einer psychiatrischen Klinik. Die Sommerkirche wurde ein Lager, die Winterkirche ein Kulturhaus. Wo jahrhundertelang Mönche gesungen hatten, gingen nun Patienten und Pfleger umher. Fast drei Jahrzehnte lang erklang in der Schlucht keine Liturgie mehr.

Die Rückkehr

Am neunzehnten April neunzehnhunderteinundneunzig kehrten die Mönche zurück. In den Jahren danach wurde die Sommerkirche wiederhergestellt. Die alten Malereien waren verloren, also malte Vladimir Lazăr aus Rezina neue Heilige an die Wände. Pilger kommen wegen der Reliquien des heiligen Macarie, die in den kalten Monaten in der Winterkirche aufbewahrt werden. Wer in die Schlucht hineinwandert, findet am Bach kleine Wasserfälle. An großen kirchlichen Feiertagen kommen hier viele Gläubige zusammen, aus der ganzen Republik Moldau und darüber hinaus.

Ein Ort, der blieb

Saharna sah, wie Bessarabien von einem Reich zum anderen wechselte, und es überlebte eine sowjetische Klinik. Geblieben ist die Schlucht selbst: die Felswand mit ihren Zellen, der Wald, der Bach und diese eine Mulde im Stein. Mönche kamen und gingen. Doch seit zweihundertfünfzig Jahren steigen Menschen dieselbe Treppe zum Grimidon hinauf, um einen Fußabdruck zu berühren, der älter scheint als das Kloster selbst.

Fotos: Andrei Szocs (CC BY-SA 4.0), Diego Delso (CC BY-SA 4.0), Guttorm Flatabø from Sogndal, Norway (CC BY 2.0), Bagriton (CC BY-SA 3.0), Guttorm Flatabø from Sogndal, Norway (CC BY 2.0), Botnari Stefan (CC BY-SA 4.0), Анатолий Зубанюк (CC BY 3.0), Guttorm Flatabø from Sogndal, Norway (CC BY 2.0), Alexander Murvanidze (CC BY-SA 3.0), Bertramz (CC BY-SA 3.0), Smacovei (CC BY-SA 4.0), Guttorm Flatabø from Sogndal, Norway (CC BY 2.0), Bagriton (CC BY-SA 3.0), Kamen Tabakov from Stara Zagora, Bulgaria (CC BY-SA 2.0), Guttorm Flatabø from Sogndal, Norway (CC BY 2.0). Stimme: synthetische Stimme (KI).

Mănăstirea Saharna ist eine Klosteranlage in einer bewaldeten Schlucht am Dnjestr im Bezirk Rezina und einer der größten Wallfahrtsorte der Republik Moldau. Sie besteht aus einem älteren Felsenkloster und einem Kloster in der Talsohle, das der Mönch Vartolomeu 1776 gründete. Pilger kommen wegen der Reliquien des heiligen Macarie und wegen eines Fußabdrucks im Fels, der der Jungfrau Maria zugeschrieben wird.

Was Sie sehen

Saharna liegt am Ende einer schmalen, grünen Schlucht, die sich zum Dnjestr hin öffnet. Unten im Tal steht das Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit mit einer Sommerkirche von 1818-1821 und einer Winterkirche von 1883, die der Geburt der Gottesmutter geweiht ist. In der Felswand darüber liegt das ältere Felsenkloster Mariä Verkündigung (Buna Vestire) mit Zellen und einer Kirche im Stein.

Weiter oben am Hang, auf dem Felsen Grimidon, steht eine Kapelle über einer Vertiefung im Stein, die als Fußabdruck Marias verehrt wird. Ein Waldweg verbindet die einzelnen Teile; am Bach in der Schlucht gibt es kleine Wasserfälle. In der Winterkirche bewahrt das Kloster während der kalten Monate einen Schrein mit den Reliquien des heiligen Macarie auf.

Geschichte

Wann das Felsenkloster entstand, ist nicht bekannt. Das Dorf Saharna wird bereits 1495 in einer Urkunde von Ștefan cel Mare erwähnt. Nach seiner eigenen Inschrift, zitiert in der rumänischsprachigen Wikipedia, kam der Mönch Vartolomeu, genannt Ciungu (1739-1798), am 25. März 1776 in die verlassene Schlucht. Der Überlieferung nach sah er nach vierzig Tagen Fasten und Gebet die Jungfrau Maria auf dem Felsen Grimidon, wo ihr Fußabdruck zurückblieb. Er gründete das Kloster im Tal und leitete es bis zu seinem Tod.

1964 schlossen die Sowjetbehörden das Kloster: Es wurde zur psychiatrischen Klinik, die Sommerkirche zum Lager und die Winterkirche zum Kulturhaus. Am 19. April 1991 kehrten die Mönche zurück. Zwischen 1992 und 1998 wurde die Sommerkirche wiederhergestellt; die alten Malereien waren nicht mehr zu retten und wurden durch neue Arbeiten des Malers Vladimir Lazăr aus Rezina ersetzt.

Tipps für Ihren Besuch

Ziehen Sie feste Schuhe an: Der Aufstieg zur Felsenkapelle und zum Fußabdruck führt über Treppen und Waldwege. An hohen kirchlichen Feiertagen kommen viele Pilger; wer Ruhe sucht, wählt einen gewöhnlichen Wochentag. Verbinden Sie Saharna mit dem Felsenkloster Țipova, eine halbe Autostunde weiter südlich am Dnjestr.

Höhepunkte

  • Kapelle über dem Fußabdruck auf dem Felsen Grimidon
  • Felsenkloster Mariä Verkündigung in der Schluchtwand
  • Sommerkirche der Heiligen Dreifaltigkeit (1818-1821)
  • Waldwege und kleine Wasserfälle in der Schlucht von Saharna

Quellen

  1. Wikipedia (ro), Mănăstirea Saharna
  2. Wikipedia, Saharna Monastery