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Städte und Regionen Stadt · Norden

Soroca

Runde Festung am Dnjestr, eine Kerze aus Stein und die Häuser des Roma-Hügels

48.1543° N · 28.2883° E154 km ab Chișinău

Soroca

Foto: akk_rus, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Dokumentation · 3:08

Soroca

Wächterin am Dnjestr

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Ein Kreis aus Stein

Am Ufer des Dnjestr, im Norden der Republik Moldau, steht eine Festung, die von oben einen vollkommenen Kreis bildet. Fünf Türme, Mauern von mehr als drei Metern Stärke, und auf der anderen Seite des Wassers liegt die Ukraine. Das ist Soroca, eine Stadt mit etwa einundzwanzigtausend Einwohnern. Seit mehr als fünf Jahrhunderten blickt sie auf denselben Fluss.

Ștefan cel Mare und sein Sohn

Vierzehnhundertneunundneunzig ließ Fürst Ștefan cel Mare hier eine hölzerne Festung errichten. Sie sollte eine Furt im Fluss bewachen, eine Stelle, an der feindliche Reiter den Dnjestr überqueren konnten. Sein Sohn Petru Rareș ließ die Festung zwischen fünfzehnhundertdreiundvierzig und fünfzehnhundertsechsundvierzig in Stein neu bauen. Er wählte einen runden Grundriss mit fünf Türmen in gleichem Abstand. Siebzehnhundertelf spielte die Festung noch eine Rolle im Feldzug von Zar Peter dem Großen. Vor Kurzem wurde sie mit Unterstützung der Europäischen Union restauriert.

Die Kerze auf dem Felsen

Hoch über der Stadt, auf einer Kalksteinklippe, steht ein Denkmal in Form einer Kerze. Es heißt Lumânarea Recunoștinței, die Kerze der Dankbarkeit. Die Idee stammte von dem Schriftsteller Ion Druță, und zweitausendvier wurde es eingeweiht. Es ist fast dreißig Meter hoch und aus Stein aus dem nahen Cosăuți gebaut. Wer hinaufwill, steigt sechshundertsiebenundfünfzig Stufen. Das Denkmal ehrt die namenlosen Menschen, die die Sprache, die Kultur und die Geschichte des Landes bewahrt haben.

Der Hügel der Roma

Hinter der Stadt liegt ein Hügel, der nirgendwo sonst seinesgleichen hat. Hier leben Roma-Familien, und ihre Häuser sind groß, verziert und manchmal unvollendet. Manche Fassaden erinnern an das Bolschoi-Theater in Moskau, andere an das Kapitol in Washington oder die Hagia Sophia in Istanbul. Viele Häuser blieben nach dem Zerfall der Sowjetunion unfertig. Offiziell leben in Soroca gut zweitausend Roma, in Wirklichkeit wohl mehr. Die Gemeinschaft hat ein traditionelles Oberhaupt mit dem Titel Baron. Deshalb nennt man Soroca die heimliche Hauptstadt der Roma.

Licht über dem Fluss

Wenn es dunkel wird, geht in der Kerze das Licht an. Den Beschreibungen nach ist es von Otaci im Norden bis Camenca im Süden zu sehen. Unten fließt der Dnjestr weiter, an der stillen Festung vorbei. Am anderen Ufer beginnt die Ukraine. Die Stadt hat weniger Einwohner als früher, doch die Besucher kommen noch immer wegen derselben Dinge: einer Festung, einer Kerze und eines Hügels voller Geschichten.

Fünf Jahrhunderte Wache

Die Festung von Soroca wurde gebaut, um eine einzige Furt in einem Fluss zu bewachen. Seitdem haben sich die Grenzen in dieser Gegend viele Male verschoben. Fürstentümer, Reiche und Republiken kamen und gingen. Doch der steinerne Kreis von Petru Rareș steht noch immer, genau dort, wo seine Erbauer ihn hingesetzt haben, mit seinen fünf Türmen zum Wasser gerichtet.

Fotos: Photobank MD from Chisinau, Moldova (CC0), akk_rus (CC BY 2.0), akk_rus (CC BY 2.0), Baptiste Dauphin (CC BY-SA 4.0), see above (Public domain), Andrey from Russia (CC BY 2.0), photobankmd (CC0), SergheyZ (CC BY-SA 4.0), Criss90kf (CC BY-SA 4.0), Gikü (CC0), VadimS (CC BY-SA 4.0), Bertramz (CC BY-SA 3.0), Mafo (CC BY-SA 4.0), Nicolai Cebotari (CC BY-SA 4.0), Микола Василечко (CC BY-SA 4.0), Michaila vnuk (CC BY-SA 4.0), Diego Delso (CC BY-SA 4.0), Popușoi Radu Cornel (CC0). Stimme: synthetische Stimme (KI).

Soroca ist eine Stadt mit rund 21.000 Einwohnern (Volkszählung 2024) am Dnjestr, der hier die Grenze zur Ukraine bildet. Bekannt ist sie für ihre runde Steinfestung aus dem 16. Jahrhundert, für das Denkmal Lumânarea Recunoștinței auf dem Hügel und für die auffälligen Häuser der Roma-Gemeinschaft. Ein langer Tagesausflug oder eine Übernachtung ab Chișinău genügt.

Warum hinfahren

Nur wenige Orte in Moldau zeigen so viele Schichten auf so kleinem Raum. Am Fluss steht eine mittelalterliche Festung, auf den Felsen darüber ein Denkmal aus der Zeit nach der Unabhängigkeit und auf dem Hügel hinter der Stadt ein Viertel voller extravaganter Villen. Die Lage am breiten Dnjestr, mit der Ukraine am anderen Ufer, verleiht der Stadt einen ausgeprägten Grenzcharakter.

Geschichte und Charakter

1499 ließ Fürst Ștefan cel Mare hier eine hölzerne Burg errichten, um eine Furt durch den Dnjestr zu sichern. Sein Sohn Petru Rareș ersetzte sie zwischen 1543 und 1546 durch eine Steinfestung mit vollkommen rundem Grundriss und fünf Türmen, deren Mauern mehr als drei Meter dick sind. 1711 spielte die Festung eine Rolle im Pruth-Feldzug von Zar Peter dem Großen. Sie wurde kürzlich mit Unterstützung der Europäischen Union restauriert.

Soroca gilt auch als inoffizielle Hauptstadt der moldauischen Roma. Offiziell leben hier gut 2.000 Roma, tatsächlich wohl mehr. Ihr traditionelles Oberhaupt trägt den Titel Baron.

Was Sie sehen und unternehmen

  • Cetatea Soroca, die runde Festung am Ufer, mit Innenhof und Wehrgängen.
  • Lumânarea Recunoștinței, die Kerze der Dankbarkeit: eine fast 30 Meter hohe Kapelle von 2004, erbaut aus Stein aus Cosăuți. Eine Treppe mit 657 Stufen führt hinauf.
  • Der Roma-Hügel (Dealul Romilor) mit Häusern, die an das Bolschoi-Theater, das Kapitol in Washington oder die Hagia Sophia erinnern; viele davon blieben unvollendet.
  • Der Spaziergang am Dnjestr mit Blick auf das ukrainische Ufer.

Essen, Trinken und Übernachten

Soroca hat einfache Restaurants und Cafés im Zentrum sowie einige Hotels und Pensionen. Rechnen Sie mit deftiger moldauischer Küche: sarmale (gefüllte Kohl- oder Weinblätter), mămăligă und Gegrilltes. Wer übernachtet, sieht abends das beleuchtete Denkmal auf dem Hügel und fährt am nächsten Morgen weiter nach Cosăuți oder Rudi.

Praktisches und Tipps

Die Stadt liegt etwa 154 Kilometer nördlich von Chișinău, rund zweieinhalb Stunden Fahrt über die R6 und die R14. Busse fahren ab Gara de Nord. In der kalten Jahreszeit kann die Festung geschlossen sein; kommen Sie am besten zwischen Mai und Oktober. Respektieren Sie am Roma-Hügel die Bewohner: Es sind Privathäuser, fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren.

Höhepunkte

  • Runde Festung Cetatea Soroca (1543-1546)
  • Lumânarea Recunoștinței mit 657 Stufen
  • Häuser des Roma-Hügels
  • Blick über den Dnjestr in die Ukraine
  • Ausflüge nach Cosăuți und Rudi

Quellen

  1. NBS: Final results of the 2024 Population and Housing Census, geographical distribution
  2. Turism.gov.md: Cetatea Soroca
  3. Turism.gov.md: Lumânarea Recunoștinței
  4. Calvert Journal / New East Digital Archive: Roma Hill, Soroca (2021)
  5. Wikipedia: Soroca