moldova.be
↑ ↓ navigierenEnter öffnenEsc schließen
Gerichte und Weine Rebsorten und Weinstile

Fetească Neagră

Schwarze Jungfrau (rote Rebsorte)

Alte blaue Rebsorte aus der Moldau, nach der Sowjetzeit als rote Visitenkarte zurück

Fetească Neagră

Foto: Ensenator, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Fetească Neagră, wörtlich „schwarze Jungfrau“, ist eine alte rote Rebsorte aus der historischen Region Moldau, die heute zwischen Rumänien und der Republik Moldau geteilt ist. Sie ergibt tiefdunkle Weine mit einem Ton von schwarzer Johannisbeere. Nach einem starken Rückgang in der Sowjetzeit ist sie die rote Traube, mit der sich moldauische Weingüter neu profilieren.

Herkunft und Geschichte

Fetească Neagră ist eine autochthone Sorte aus der historischen Region Moldau, dem Land zwischen Karpaten und Dnjestr, das seit dem 19. Jahrhundert auf zwei Staaten verteilt ist. Ampelografen zählen sie zu den Sorten, die schon vor der Reblauskrise am Ende des 19. Jahrhunderts angebaut wurden. Synonyme wie Păsărească Neagră und Poama Fetei Neagră deuten auf eine lange örtliche Tradition hin.

In der Sowjetzeit verschwand die Traube weitgehend aus den Weinbergen der heutigen Republik Moldau, wo die Planwirtschaft auf ertragreiche und internationale Sorten setzte. Im Osten Rumäniens blieb sie dagegen erhalten. Seit der Unabhängigkeit pflanzen moldauische Erzeuger sie wieder an, und heute ist sie eine der autochthonen Sorten, mit denen sich das Land als Weinland präsentiert.

Wie der Wein entsteht

Die Sorte hat dickschalige Beeren und kompakte Trauben. Sie verträgt Hitze, Trockenheit und Winterkälte gut und ist wenig anfällig für Fäulnis, was im kontinentalen Klima der Republik Moldau ein Vorteil ist. Der Wein ist tief rubinrot, erreicht meist 12 bis 14 % Alkohol und hat einen markanten Ton von schwarzer Johannisbeere. Früher wurde er oft mit Cabernet Sauvignon und Merlot verschnitten, um ihm mehr Körper zu geben; heute wird er meist sortenrein abgefüllt. Die meisten Flaschen sind trocken, es gibt aber auch halbtrockene und süße Versionen. Durch Reifung im Eichenfass und auf der Flasche wird der Wein runder und voller.

Wo und wie Sie ihn probieren

Fast jedes moldauische Weingut hat einen Fetească Neagră im Sortiment, von Asconi und Château Vartely in der Landesmitte bis Fautor im Süden, wo die Traube zusammen mit Rară Neagră den Spitzenwein Negre bildet. Bei einer Verkostung lohnt es sich, eine junge, fruchtige Version neben eine im Holz gereifte zu stellen: Der Unterschied in der Struktur zeigt, was die Sorte kann. Bei Tisch passt der Wein zu gegrilltem Fleisch, Tochitură und reifem Schafskäse.

Quellen

  1. Fetească neagră (Wikipedia)
  2. Fetească Neagră (Falstaff)
  3. Fautor Winery (Wine of Moldova, ONVV)
  4. Asconi Winery (Wine of Moldova, ONVV)