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Städte und Regionen Hauptstadt

Chișinău

Hauptstadt aus weißem Kalkstein, mit breiten Boulevards, Parks und Weinkellern gleich vor der Tür

47.0245° N · 28.8323° E

Chișinău

Foto: Pelin Oleg, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Dokumentation · 3:15

Chișinău

Die Stadt aus weißem Stein am Bîc

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Eine Stadt aus weißem Stein

Stellen Sie sich an einem sonnigen Morgen in Chișinău auf den zentralen Platz und betrachten Sie die Fassaden. Sie sind hell, fast weiß. Das ist Kalkstein aus den Brüchen von Cricova, fünfzehn Kilometer entfernt. Darum nennen die Moldauer ihre Hauptstadt die Stadt aus weißem Stein. Heute leben rund fünfhundertsiebenundsechzigtausend Menschen in der Stadt selbst und gut siebenhundertzwanzigtausend in der gesamten Gemeinde. Fast jeder dritte Einwohner des Landes wohnt hier.

Vom Klosterdorf zur Hauptstadt

Chișinău wird vierzehnhundertsechsunddreißig zum ersten Mal erwähnt. Damals war es ein kleines Dorf rund um ein Kloster, im Fürstentum Moldau. Alles änderte sich achtzehnhundertzwölf. Der östliche Teil der Moldau kam damals zum Russischen Reich und erhielt den Namen Bessarabien. Chișinău wurde der Hauptort dieser neuen Provinz. Ein Stadtplan von achtzehnhundertvierunddreißig legte die langen, geraden Straßen fest, die das Zentrum bis heute prägen. Der Architekt Alexander Bernardazzi entwarf in jener Zeit unter anderem das Rathaus.

Ein Dichter im Exil

Achtzehnhundertzwanzig kam ein junger russischer Dichter hierher, gegen seinen Willen. Alexander Puschkin war vom Zaren in den Süden verbannt worden. Er lebte einige Jahre in Chișinău und schrieb hier Gedichte über die Gegend. Das kleine Haus, in dem er wohnte, ist heute ein Museum. So bekam die Provinzstadt einen Platz in der russischen Literatur.

Zerstörung und Wiederaufbau

Das zwanzigste Jahrhundert traf die Stadt hart. Im November neunzehnhundertvierzig erschütterte ein schweres Erdbeben Chișinău. Danach folgten die Bombenangriffe von neunzehnhunderteinundvierzig und die Kämpfe von neunzehnhundertvierundvierzig. Ein großer Teil des Zentrums lag in Trümmern. Zwischen neunzehnhundertsiebenundvierzig und neunzehnhundertneunundvierzig zeichnete der Architekt Alexei Schtschussew einen Plan für den Wiederaufbau. So bekam Chișinău seine breiten Boulevards, seine Sowjetbauten und seine Betonmoderne, neben den Kirchen und Häusern, die den Krieg überstanden hatten.

Plätze, Parks und Märkte

Das Herz der Stadt ist der große Platz mit dem Triumphbogen und der Kathedrale von Christi Geburt. Daneben liegt der Park von Ștefan cel Mare, mit dem Standbild des mittelalterlichen Fürsten. Wer weitergeht, kommt nach Valea Morilor, einer grünen Senke rund um einen See. Auf der Piața Centrală, dem großen Markt, kauft die Stadt ihren Schafskäse, ihre Walnüsse und ihr Obst. In den Museen für Geschichte, Kunst und Ethnografie lesen Sie die Geschichte des ganzen Landes.

Das Tor zur Republik Moldau

Seit zweitausendfünfundzwanzig trägt der Flughafen den Namen des Komponisten Eugen Doga. Für die meisten Reisenden beginnt die Republik Moldau hier. Von Chișinău fahren die Busse in den Norden, in den Süden und an den Dnjestr, und die Keller von Cricova liegen eine Viertelstunde entfernt. Die Stadt, die zweimal fast verschwand, wurde so zum Ausgangspunkt für alles geworden, was das Land zu bieten hat. Noch immer ist sie aus dem weißen Stein ihres eigenen Untergrunds gebaut.

Fotos: Rodion Gavriloi (CC BY-SA 4.0), Rob from United Kingdom (CC BY 2.0), Harold (CC BY-SA 4.0), Alexander Murvanidze (CC BY-SA 3.0), Rodion Gavriloi (CC BY-SA 4.0), Alexander Murvanidze (CC BY-SA 3.0), Iurie Nistor (CC0), Ben1152000 (CC BY-SA 4.0), MOs810 (CC BY 4.0), Издатель неизвестен (Public domain), MOs810 (CC BY 4.0), Adam Jones from Kelowna, BC, Canada (CC BY-SA 2.0), Criss90kf (CC BY-SA 4.0), Mostafameraji (CC BY-SA 4.0), Adam Jones from Kelowna, BC, Canada (CC BY-SA 2.0), andrez1 (CC BY-SA 3.0), Zaynab J (CC BY-SA 4.0), Furkan Akkurt (CC BY-SA 4.0), Alexey Shchusev (Public domain), Mirek237 (Public domain), Photobank MD from Chisinau, Moldova (CC0), Pudelek (CC BY-SA 4.0), Tomasz Bladyniec (CC BY 4.0), Alexandru Panoiu from Bucharest, Romania (CC BY 2.0), Photobank MD from Chisinau, Moldova (CC0), Tomasz Bladyniec (CC BY 4.0), Simiprof (CC BY-SA 4.0), Gikü (CC0), Gikü (CC0), MOs810 (CC BY 4.0), User:Zserghei (Public domain). Stimme: synthetische Stimme (KI).

Chișinău ist die Hauptstadt und mit Abstand die größte Stadt der Republik Moldau: Laut Volkszählung 2024 leben rund 567.000 Menschen in der Stadt und 720.128 im gesamten Munizipium. Die Stadt wurde 1436 erstmals erwähnt, wuchs im 19. Jahrhundert zum Verwaltungszentrum des russischen Bessarabiens heran und wurde nach 1944 größtenteils im sowjetischen Stil wiederaufgebaut. Sie ist zugleich der naheliegende Ausgangspunkt für Reisen durch das übrige Land.

Warum hinfahren

Chișinău ist keine Stadt eines einzigen großen Monuments, sondern eine Stadt der Schichten. Auf einem kurzen Spaziergang sehen Sie Kalksteinhäuser aus dem 19. Jahrhundert, orthodoxe Kirchen, Boulevards der Nachkriegszeit und Betonmoderne direkt nebeneinander. Fast jede Reise durch Moldau beginnt hier: Der internationale Flughafen, die wichtigsten Busbahnhöfe und der einzige große Bahnhof des Landes liegen in der Stadt, und die Weinkeller von Cricova sind kaum 15 Kilometer entfernt.

Geschichte und Charakter

Die erste Erwähnung stammt von 1436, als Chișinău ein Klosterdorf im Fürstentum Moldau war. Nachdem der östliche Teil der Moldau 1812 als Bessarabien an das Russische Reich gefallen war, wurde der Ort Hauptstadt der neuen Provinz. Ein Stadtplan von 1834 legte das rechtwinklige Raster aus breiten, langen Straßen fest, das das Zentrum bis heute prägt. Der Architekt Alexander Bernardazzi entwarf in dieser Zeit unter anderem das Rathaus.

Das 20. Jahrhundert setzte der Stadt schwer zu: Ein starkes Erdbeben im November 1940, Bombenangriffe 1941 und die Kämpfe von 1944 zerstörten einen großen Teil des Zentrums. Der Architekt Alexei Schtschussew erarbeitete zwischen 1947 und 1949 einen Plan für den Wiederaufbau. Der Beiname "Stadt aus weißem Stein" bezieht sich auf den Kalkstein aus den Brüchen von Cricova, aus dem viele Fassaden errichtet sind.

Was Sie sehen und unternehmen

  • Der zentrale Platz mit dem Triumphbogen und der Kathedrale Nașterea Domnului, daneben der Park Ștefan cel Mare mit dem Standbild des Fürsten.
  • Der Park Valea Morilor, eine grüne Senke rund um einen See, gleich außerhalb des Zentrums.
  • Die Nationalmuseen für Geschichte, Kunst und Ethnografie, das Haus, in dem Puschkin im Exil lebte, und der alte Wasserturm.
  • Piața Centrală, die überdachte und offene Markthalle, in der die Stadt einkauft.

Essen, Trinken und Übernachten

Im Zentrum finden Sie alles, von einfachen Lokalen mit plăcinte (gefüllten Teigtaschen) und zeamă (säuerlicher Hühnersuppe) bis zu Weinbars, die sich auf moldauische Rebsorten wie Fetească Neagră und Rară Neagră spezialisiert haben. Auf dem Markt kaufen Sie Schafskäse, Walnüsse und Obst der Saison. Hotels und Apartments konzentrieren sich rund um den Hauptboulevard Ștefan cel Mare; wer die Stadt zu Fuß erkunden möchte, sucht sich dort eine Unterkunft.

Praktisches und Tipps

Der Flughafen, der seit 2025 den Namen des Komponisten Eugen Doga trägt, liegt etwa 13 Kilometer südöstlich des Zentrums; der Trolleybus 30 fährt direkt dorthin. Für Ausflüge nutzen Sie die drei Busbahnhöfe: Gara de Nord für den Norden, Gara de Sud für den Süden und Gara Centrală für die meisten Inlandslinien, auch nach Transnistrien. Mit Trolleybussen und Taxi-Apps kommen Sie in der Stadt leicht voran. Rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen für die Stadt selbst, dazu Tagesausflüge.

Höhepunkte

  • Zentraler Platz mit Triumphbogen und Kathedrale Nașterea Domnului
  • Park Valea Morilor rund um den See
  • Nationalmuseen für Geschichte, Kunst und Ethnografie
  • Piața Centrală, der große Stadtmarkt
  • Weinkeller von Cricova in 15 km Entfernung

Quellen

  1. NBS: Final results of the 2024 Population and Housing Census, geographical distribution
  2. Wikipedia: Chișinău
  3. Wikivoyage: Chișinău
  4. Agerpres: luchthaven Chișinău krijgt naam Eugen Doga (2025)